Lehren lernen auf der Farm

Kinder- und Jugendfarmen sind nicht nur tolle Plätze zum Spielen und für die offene Kinder-  und Jugendarbeit. Sie eignen sich durchaus auch für Phasen des gebundenen und lehrplangemäßen Unterrichts als außerschulischer Lernort. 

Wie „echter Unterricht“ auf der Farm aussehen kann, zeigte Britta Nestler am 28.10.2017 im Rahmen einer ganztätigen Lehrerfortbildung. Lehrerinnen und Lehrer aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet kamen angereist, um sich die praktische Umsetzung von „NaWi outdoor“ – Naturwissenschaften unterrichten am außerschulischen Lernort Kinder-  und Jugendfarm  anzusehen, auszuprobieren und eine Idee vom Lernen und Lehren auf der Farm zu erlangen. 

 

Die Teilnehmer der Fortbildung lernten einen typischen Schulprojekttag zum Thema Feuer, Wärme, Energie auf der Kinder- und Jugendfarm kennen und erhielten Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten und Gegebenheiten dieses besonderen Lernortes, der eine willkommene Abwechslung und eine ganz andere Art des erlebten Lernens bietet als, wie so oft, nur mit Papier und Stift.

„Kinder-  und Jugendfarmen eignen sich hervorragend als außerschulische Lernorte. Sie sind meist gut zu erreichen, pädagogisch Betreut, mitgestaltbar und ermöglichen auf ungefährliche Art die originale Begegnung mit zahmen Tieren und ungiftigen Pflanzen sowie vielen weiteren Inhalten und Gegenständen des Lehrplanes“, erläutert Britta Nestler (30). Sie ist selbst Lehrerin und arbeitet bereits seit über 5 Jahren auf der Kinder- und Jugendfarm Ingelheim (www.diefarm-ingelheim.de), zunächst während des Studiums als Betreuerin und schon bald darauf im Vorstand für die Bereiche Schulkooperationen, soziale Netzwerke und Presse. Schon früh erlebte sie, dass die Möglichkeiten einer Kinder-  und Jugendfarm als Lernort vielerorts gar nicht hinreichend ausgeschöpft werden und vor allem Schulkinder von weiterführenden Schulen wesentlich stärker von dieser Art des Lernortes profitieren könnten. Hieraus entstand das Projekt „Nawi outdoor – Naturwissenschaften unterrichten am außerschulischen Lernort Kinder- und Jugendfarm“ (https://www.biologiedidaktik.uni-mainz.de/nawi-outdoor-lagerfeuer-statt-teelicht/), das im Rahmen eines Promotionsvorhabens in der AG Didaktik der Biologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Daniel C. Dreesmann durchgeführt wird und sich zum Ziel gesetzt hat, lehrplanrelevante Schulprojekttage für die Klassen 5 und 6 zu entwickeln.

Die Lehrerinnen und Lehrer zeigten sich interessiert und begeistert – und haben teilweise gleich selbst die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, einen Farm-Projekttag für die eigenen Klassen zu buchen. 

Die Veranstaltung wurde organisiert von Dr. Viviane Hoßfeld vom Lehrerfortbildungszentrum (lfbz) Chemie der Goethe-Universität Frankfurt und unterstützt durch das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und das pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz.

Autorin: Britta Nestler, 06.10.2017

 

Bilder eines Projekttags

 

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